SPD Leinfelden-Echterdingen

Füreinander. Miteinander. Für Leinfelden-Echterdingen.

Steigende Lebenshaltungskosten und hohe Mieten: das Leben in LE ist teuer

Beim Einkaufen, an der Tankstelle, bei den Nebenkosten und den Mieten ist es täglich spürbar: das Leben ist für viele Menschen in den letzten Wochen spürbar teurer geworden. So lag im April 2022 die Teuerungsrate in Baden-Württemberg bei stolzen 7,0 Prozent. Für die Bevölkerungsgruppen, die ohnehin schon weniger im Geldbeutel haben, wird es wirklich schwer. Da zählt oft jeder Cent. Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende, etliche Rentnerinnen und Rentner sowie Flüchtlinge sind von den steigenden Preisen überproportional belastet. Die Geldsorgen werden größer.

Die Bundesregierung hat schnell und entschlossen gehandelt und umfangreiche Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Von der einmaligen Energiepreispauschale in Höhe von 300 € über den Heizkostenzuschuss für Menschen mit geringem Einkommen, die Erhöhung der Werbungskostenpauschale, einen einmaligen Familienzuschuss von 100 € sowie einem einmaligen Zuschuss für Empfängerinnen und Empfänger von Transferleistungen von 200 € pro Person. Der öffentliche Personennahverkehr wird drei Monate lang mit einem Monatsticket für nur 9 € gefördert und der Mindestlohn wird auf 12 € erhöht. Um nur einige der von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Maßnahmen zu nennen.

Natürlich müssen wir uns fragen, was hier vor Ort noch getan werden kann. Wir müssen froh sein, dass wir in Echterdingen einen Tafelladen haben, der vom Kreisdiakonieverband getragen wird. Dort werden Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs, die bei Spendern abgeholt wurden, aufbereitet und zu kleinen Preisen an Bedürftige abgegeben. Die Tafel trägt sich durch Spenden und ehrenamtliches Engagement. Für diesen Einsatz möchten wir uns herzlich bedanken und wir werden überlegen, wie wir die absolut notwendige Tätigkeit des Tafelladens noch stärker unterstützen können. Wir sind auch froh, dass es den Stadtpass gibt, der seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Bestandteil des sozialen Miteinanders in unserer Stadt ist. Er ermöglicht es einkommensschwächeren Bürgerinnen und Bürgern und vor allem ihren Kindern, am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilzuhaben. Wir sind sehr gespannt auf den nächsten Bericht der Verwaltung über die Inanspruchnahme der Stadtpassleistungen im Jahr 2021, der für September 2022 angekündigt ist. Wir werden dann genau prüfen, inwieweit eine Anpassung der Einkommensgrenzen oder eine Erweiterung des Leistungsumfangs erforderlich ist.

Barbara Sinner-Bartels für die SPD-Fraktion

 

 

 

Telefonische Bürgersprechstunde mit MdB Nils Schmid

Am Montag, 30. Mai 2022, 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, lädt MdB Nils Schmid herzlich zur Telefonischen Wahlkreis-Bürgersprechstunde an. Die Bürgerinnen und Bürger seines Wahlkreises Nürtingen können sich dann mit ihren Anliegen an Nils Schmid wenden. Telefonnummer: 07022 / 211920.

 

Aktuelles von den Schelmenäckern

Schon von weitem sehen wir seit Monaten eine Vielzahl hoher Kräne aus dem Neubaugebiet Schelmenäcker herausragen. Und in der Nähe erschreckt fast die Größe und Menge an Baustellen. Leinfelden verändert sich deutlich.

Wie gut, dass am Samstag, 14. Mai 22, anlässlich des bundesweiten Tages der Städtebauförderung, eine Führung durch das neue Baugebiet („südlicher Abschnitt des Sanierungsgebietes westlich der Max-Lang-Straße“) stattfand. Eine große Anzahl interessierter Bürger*innen lauschte gespannt den Ausführungen von Baubürgermeister Dihm, Expert*innen aus dem Baudezernat, Architekten und einem Investor.

Was uns besonders gefiel:

- Von den insgesamt 230 Wohnungen, die entstehen sollen, werden rund 30 % staatlich gefördert. Sie sollen somit auch für Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft bezahlbar sein, z.B. für Beschäftigte der wichtigen Gesundheits- und Erziehungsberufe.

- Es sind zwei Wohngruppen für Menschen mit Behinderung geplant, die somit gut in das Wohngebiet integriert werden.

- Neben dem Neubau des Jugendhauses wird eine dringend benötigte große Kita erstellt. Diese Gebäude sind Eigentum der Stadt und berücksichtigen ökologische Bedingungen wie Dachbegrünung, eine Voltaikanlage, ein Blockheizkraftwerk, das das gesamte Neubaugebiet versorgt, und eine Vorrichtung gegen Starkregen im Gebiet.

- Die Anbindung an den ÖPNV wurde mit der Verlängerung der U5 von vorn herein mitgeplant.

- Es sind großzügige Grünflächen geplant, zum Teil mit Streuobstwiese, zum Teil mit weiteren Bäumen zur Beschattung von Pausenflächen der dort Arbeitenden. Damit seien auch Ausgleichsmaßnahmen für die neu bebauten Flächen geschaffen worden.

Worauf aus unserer Sicht besonders geachtet werden muss, ist der Lärmschutz. Es handelt sich ja bei den Schelmenäckern um ein gemischtes Gewerbe- und Wohngebiet. Uns wurde bei der Begehung erläutert, dass das Gewerbe hier Rücksicht nehmen muss und geräuschvolle Arbeiten nur in Richtung Gewerbegebiet vorgenommen werden dürfen. In Richtung Wohnbebauung seien vor allem Gebäude für Büros sowie für Forschung und Entwicklung geplant.

Regina Gabriel, 2. stellv. Vorsitzende der SPD LE

 

 

 

Kinderbetreuung: viel wurde schon getan, viel ist noch zu tun

Vieles wurde bei der Kinderbetreuung in den letzten Jahren in LE geleistet und auf den Weg gebracht. Neue Einrichtungen wurden geplant und gebaut, bestehende Kitas saniert oder erweitert. Die SPD-Fraktion hat dabei immer darauf hingewiesen, dass wir angesichts des zunehmenden Bedarfs weitere Kitas brauchen und nicht so knapp planen dürfen. Leider gab es eine ganze Reihe von Verzögerungen. Manche waren „hausgemacht“ wie beispielsweise bei der Stangenkita, wo es seit 2018 ein Raumprogramm gibt, sonst nichts; andere haben sich ergeben, ohne dass die Stadt sie verursacht hätte wie bspw. die Leistungsverzögerungen bei einzelnen Gewerken bei der Kita Schelmenäcker. Die langen Wartelisten, die es jetzt leider gibt, sind wirklich bitter. Wir werden jedenfalls alles, was wir tun können auch tun. 

 

Kinderbetreuung ist eine kommunale Pflichtaufgabe, deren Erfüllung für uns auf der Prioritätenliste ganz oben steht. Die Bereitstellung der Plätze ist die eine Sache, die Gewinnung neuen Personals und das Halten des Personals, das bereits in den Einrichtungen arbeitet, die andere Sache. Der Markt für Fachkräfte ist leider leer gefegt. Zahlreiche bürokratische Hemmnisse schränken zudem noch Spielräume ein. Stadtverwaltung und Gemeinderat sind neue Wege gegangen. So wurden die Arbeitsbedingungen des Personals verbessert, indem es von  hauswirtschaftlichen oder anderen „fachfremden“ Tätigkeiten entlastet wurde. Ab Herbst 2022 werden zehn spanische ErzieherInnen bei uns arbeiten. Die Möglichkeiten der praxisorientierten Ausbildung für den Erzieherberuf wurden spürbar ausgebaut, umfassende Fortbildungsangebote entwickelt. Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Es bleibt aber noch viel zu tun und wir dürfen im Interesse der Familien und Kinder nicht nachlassen, weitere Ideen zu entwickeln und diese auch umzusetzen.

 

Kürzlich hat es eine Demonstration von Eltern gegeben, die auf ihre Probleme mit verkürzten Öffnungszeiten wegen des Fachkräftemangels und der nichtbesetzten Stellen hingewiesen haben. Auch die fehlenden Kita-Plätze waren Thema. Wir kennen die Probleme aus vielen Gesprächen und nehmen diese sehr ernst. Wir sind jederzeit gerne bereit zum Gedankenaustausch und nehmen auch neue Ideen und Anregungen entgegen. Wir werden uns dafür einsetzen, die Kommunikation und den Gedankenaustausch noch weiter zu verbessern, damit Eltern eine verlässliche und planbare Betreuung ihrer Kinder haben.

 

Barbara Sinner-Bartels für die SPD-Fraktion

 

KZ-Außenlager Echterdingen: Erinnern und Gedenken in den Alltag tragen

Am 28. April 2022, dem jährlichen jüdischen Holocaust-Gedenktag, fand auf dem Gräberfeld des KZ-Außenlagers am Flughafen eine Feierstunde statt. Wir gedenken der 600 jüdischen Häftlinge, die unter unmenschlichen Bedingungen in dem KZ-Außenlager Echterdingen des KZ Natzweiler/Struthof zwischen November 1944 und Ende Januar 1945 Zwangsarbeit leisten mussten, um die durch Bombentrichter stark beschädigte Start- und Landebahn des Flughafens auszubessern und Material zum Auffüllen in verschiedenen Steinbrüchen der Umgebung zu gewinnen. Die Häftlinge kamen aus dem KZ Stutthof bei Danzig, ein Großteil war zuvor im KZ Auschwitz.

 

In der kurzen Zeit, in der das Lager bestand, sind mindestens 119 Menschen gestorben. Sie wurden Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft. Das Erinnern an das Unfassbare, das vor unserer Haustüre, in unserer Nachbarschaft stattgefunden hat, darf nicht auf Feierstunden beschränkt bleiben. Die SPD-Fraktion hatte deshalb angeregt, entlang der Wege, die die Häftlinge durch unsere Stadt gegangen sind, Gedenktafeln anzubringen und damit das Erinnern und Gedenken zu bewahren und in den Alltag zu tragen. Diese Tafeln ermöglichen es, Erinnerungen in den Ort zu holen, die vorhandenen Zeitzeugenberichte unmittelbar im Vorübergehen zugänglich zu machen. Sie verdeutlichen zudem sehr eindrucksvoll Zeichen der Mitmenschlichkeit und der Zivilcourage. Anwohnerinnen und Anwohner der Straßen versuchten vielfach, den Häftlingen Nahrungsmitteln zuzustecken. Auf den Tafeln sind neben den Zeitzeugenberichten, Fotos, einer Beschreibung des KZ-Außenlagers auch die Standorte aller Tafeln zu finden. Über QR-Codes können weitere Informationen abgerufen werden.

 

Die Standorte der Tafeln befinden sich am Polstermarkt an der L1208, an der Bernhäuser Straße 26, an der Plieninger Straße gegenüber dem Friedhof, am Ortseingang von Leinfelden von Echterdingen kommend, an der Echterdinger Straße auf der linken Seite hinter dem Kreisverkehr und an der Grünanlage beim Kinder- und Familienzentrum Schönbuch / Ecke Wagnerstraße/Brahmsweg, wo sich der Steinbruch befand. Wir möchten uns nochmals ganz herzlich für die Zustimmung des Gemeinderats und für die tatkräftige Unterstützung des früheren Leiters des Stadtarchivs Dr. Bernd Klagholz und seines Nachfolgers Jürgen Helmbrecht bedanken. Unsere Geschichte bleibt uns anvertraut, wir müssen aus ihr lernen. Solches Leid darf sich nicht wiederholen.

 

Barbara Sinner-Bartels für die SPD-Fraktion