
Amtsblattartikel vom 16.1.15: Letzte Woche fand der diesjährige Neujahrsempfang der SPD-Fraktion LE in der Filderhalle statt, der mit rund 140 Gästen wieder sehr gut besucht war. SPD-Fraktionschef Erich Klauser begrüßte stellvertretend als Vertreter der Stadt Bürgermeister Alexander Ludwig, den ehemaligen Bürgermeister Dr. Gerhard Haag, Vertreter anderer Parteien, der Schulen, Kirchen, von Vereinen und Organisationen sowie viele ehrenamtlich Tätige unserer Stadt. Für den musikalischen Rahmen sorgte erneut die Schulband der Ludwig-Uhland-Werkrealschule.
In seiner Ansprache legte Erich Klauser den Fokus auf das Thema Bildung. Dieses Thema habe für die SPD LE schon lange Priorität. „Das fängt bei einer umfassenden Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten und Kindergärten an, geht über ein umfassendes Bildungsausstattungs- und Raumangebot unserer Schulen bis hin zu den vielfältigen Angeboten für die heranwachsenden Jugendlichen in Organisationen und Vereinen, aber auch in der offenen Jugendarbeit“, so Erich Klauser. Inzwischen fänden rund 60% der Kinder unter 3 Jahren und nahezu 95% der Kinder über 3 Jahren einen Platz in den städtischen Kitas und Kindergärten. LE erhalte aus dem Fördertopf des Landes BaWü für die Kleinkindbetreuung mehrere Millionen Euro jährlich. Dass die Stadt dennoch regelmäßig die Betreuungsgebühren erhöhe, sei nicht nachvollziehbar. Die Ludwig-Uhland-Werkrealschule könne aufgrund rückläufiger Schülerzahlen mittel- oder langfristig nicht weiter existieren. „Schulleitung, Lehrer und Elternvertreter haben diesem Umstand geschuldet Konzepte erarbeitet und sich für die Einführung einer Gemeinschaftsschule ausgesprochen. Leider zeichnet sich derzeit dafür keine Mehrheit im Gemeinderat ab“, berichtete Erich Klauser. Die SPD LE stehe klar zur Gemeinschaftsschule: „Mit dieser können wir ein Angebot schaffen, in dem kein Kind oder zumindest nicht mehr so viele Kinder scheitern.“
Nach seiner Begrüßung übergab Erich Klauser das Wort an Gastrednerin Marion von Wartenberg, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport BaWü. Diese stellte sehr fundiert und detailliert die Erfolge der grün-roten Landesregierung in der Bildungspolitik vor. Unter der CDU-geführten Landesregierung sei BaWü 2010 in ganz Deutschland noch Schlusslicht bei der frühkindlichen Bildung gewesen. Dies habe sich durch den Pakt für Familien, den Grün-Rot seit 2011 beschlossen hat, eindrucksvoll geändert. „Bei der Betreuungsqualität der Kinder unter 3 Jahren liegen wir inzwischen auf Platz eins in ganz Deutschland“, erklärte Marion von Wartenberg. Seit 2011 seien 640 Millionen Euro in den Pakt für Familien investiert worden, „in Beton und Qualität“. Um qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen, sei Grün-Rot neue Wege gegangen. So gebe es nun etwa eine „praxisintegrierte Ausbildung“, die Praxis und Theorie stärker verknüpfe und auch mit einer Bezahlung für die Auszubildenden einhergehe. „Seitdem haben wir einen regelrechten Run auf diese Ausbildung“, berichtete Marion von Wartenberg.
An den Schulen solle das Ganztagsangebot weiter ausgebaut werden. Die Gemeinschaftsschule sei ein Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit: durch individuelles Lernen und Fördern soll kein Schüler zurückbleiben. 2016 habe die Landesregierung mehr als zehn Milliarden Euro für den Bildungsbereich eingeplant, halte aber trotzdem das Ziel der Nullverschuldung ein. Hans-Ulrich Kramer
Foto: Ulrich Bartels, Barbara Sinner-Bartels, Marion von Wartenberg, Erich Klauser, Gertrud Link, Jens Zellmer (v.l.n.r.). Foto: Kramer