Leserbriefe unserer Vorstandsmitglieder in der Filder-Zeitung

Veröffentlicht am 16.11.2019 in Presseecho

In der Filder-Zeitung vom 16. November 2019 sind zwei Leserbriefe zum Thema "Filder-Moschee in Oberaichen" und den zugehörigen Leserbriefen von unseren Vorstandsmitgliedern Jörg Pauly und Regina Gabriel (Foto) erschienen. Anbei können Sie diese lesen.

Schriftführer Hans-Ulrich Kramer hat zum Thema "Armut auf den Fildern" einen Leserbrief geschrieben, der am 19. November abgedruckt wurde. Hier finden Sie diesen ebenfalls. Der Leserbrief bezieht sich auf den Aufmacher "Die Schattenseiten der Boomregion" in der Filder-Zeitung vom 12. November 2019.

Leserbrief von Jörg Pauly "Das hatten wir schon einmal":

Ich bin zutiefst erschrocken über die Veröffentlichung der beiden Leserbriefe im Filderteil der STZ von Dienstag. Positiv ist, dass die Schreiber ihre unzulässigen Pauschalierungen mit dem Namen unterzeichnet haben. Zutiefst erschreckend sind allerdings die sich dahinter befindlichen absolut unreflektierten und generalisierenden Zuschreibungen. Getoppt wird das Ganze auch noch mit der Verknüpfung von Merkmalen der Aggression und Gewalt mit einer religiösen Gemeinschaft jedweder Herkunft. Das hatten wir schon einmal in der deutschen Geschichte. Wenn die Schreiber nun diese Zeilen lesen, dann höre ich schon den Satz: "Das wird man doch noch sagen dürfen". Nein, darf man nicht, denn nicht alle Muslime sind aggressiv und gewalttätig und an einer Parallelgesellschaft interessiert. So wie auch nicht alle BewohnerInnen von Oberaichen...

Leserbrief von Regina Gabriel "Flugblätter vergiften das Thema":

Ich kann dem Leserbrief von Herrn Jörg Müller, der den knappen mehrheitlichen Beschluss des Gemeinderats gegen den 2. Bauabschnitt der Moschee kritisiert, nur beipflichten.

Der Verein für Kultur, Bildung und Integration (VKBI) gehört zum Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), der sich ausdrücklich zur freiheitlichen, demokratischen Grundordnung bekennt. Die hier ansässigen Mitglieder des VKBI leben schon seit etlichen Jahrzehnten in Leinfelden-Echterdingen und haben sich nach meiner Kenntnis schon vielfältig um ein gutes Miteinander bemüht, z.B. auch durch gemeinsamen Gottesdienst mit der katholischen Kirche.

Tatsache ist, dass für die beiden Bauabschnitte der Moschee in LE seit geraumer Zeit eine gültige Baugenehmigung für den Verein vorliegt, der Kaufpreis für das Grundstück bezahlt ist und der VKBI auch bereit war, zunächst – entsprechend dem Vorschlag der Stadtverwaltung - auf das Schülerwohnheim zu verzichten. Der Gemeinderat hat nun mit einer knappen Mehrheit von CDU,  Freien Wählern und FDP hier leider einen Schlingerkurs gefahren.

Besonders schlimm finde ich, dass mit Flugblättern gegen muslimische Mitbürger gehetzt und versucht wird, Angst vor Andersgläubigen zu verbreiten. Die Entwicklung von Angst-Szenarien trägt ganz und gar nicht zu einem friedlichen Miteinander bei, sondern vergiftet unser gesellschaftliches Klima.

Leserbrief von Hans-Ulrich Kramer "Dieses Thema war überfällig":

Der Aufmacher in der Filder-Zeitung vom 12.11.2019 „Die Schattenseiten der Boomregion“ war überfällig: Wie der Verfasser des Artikels richtig anmerkt, gibt es auch in den Filderkommunen Armut, die meist nur nicht sichtbar ist, weil sich die Bedürftigen für ihre prekäre Lage schämen. Häufig sind es alleinerziehende Frauen oder ältere Frauen, die von Armut betroffen sind. Armut ist in vielen Fällen weiblich, und auch zahlreiche Kinder und Jugendliche sind leider davon betroffen.

Um Bürgerinnen und Bürger mit schmalem Geldbeutel zu entlasten, hat die SPD-Fraktion im Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen bereits im April 2018 den Antrag eingebracht, den Kreis der Familien zu erweitern, die den Stadtpass nutzen können. Mithilfe der anderen Fraktionen wurde damals durchgesetzt, dass die Einkommensgrenzen beim Stadtpass A, B und C jeweils um 200 € pro Monat angehoben werden. Zudem wurden die Zuschüsse für den Stadtpass erhöht. Der Stadtpass ist ein wichtiges sozialpolitisches Instrument, das gerade auch finanzschwachen Kindern und Schülern Teilhabe ermöglicht.

Letztlich ist aber das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ die entscheidende soziale Frage der Gegenwart und der nahen Zukunft, gerade in einer Boomregion wie den Fildern. In erster Linie müssen hier bezahlbare Mietwohnungen und mehr Sozialwohnungen entstehen, damit sich auch Normal- und Geringverdiener wieder eine Wohnung in der Stadt anmieten und diese auch bezahlen können. Das „durchmischte“ Neubaugebiet Schelmenäcker ist in diesem Kontext ein wichtiger Schritt, den der Gemeinderat L.-E. auf den Weg gebracht hat.

Bleibt zu hoffen, dass die Filder-Zeitung weiterhin und noch verstärkt soziale Themen aufgreift – und nicht nur das Thema „Umwelt- und Klimaschutz“ adressiert, das selbstverständlich ebenfalls eine große Bedeutung hat, aber eben nicht das einzige relevante Thema auf den Fildern ist.