Schön wär’s! Wer würde nicht gerne am gleichen Ort wohnen und arbeiten? Das spart Geld, Zeit und Nerven und ist gut für die Umwelt! Über genügend Arbeitsplätze können wir uns in Leinfelden-Echterdingen wohl kaum beschweren. Die entsprechende Anzahl an Wohnungen wäre super und sicherlich ein guter Anreiz für ArbeitnehmerInnen, gerade in LE auch arbeiten zu wollen. Damit wäre so einiger Personalmangel in unserer Stadt beseitigt. Das Ziel für den Wohnungsbau in LE ist, den Wohnungsbestand bis 2030 um 2.000 Wohnungen zu erhöhen. Um dies zu erreichen, müssen 3.000 Wohnungen neu gebaut werden (2.000 zusätzliche Wohnungen und 1.000 Wohnungen als Ersatz für aus dem Wohnungsbestand wegfallenden Wohnraum).
Neue Baugebiete sind ausgewiesen bzw. werden bebaut: Etliche Wohnungen in den Schelmenäckern sind bereits teilweise bezogen; dazu kommt das Projekt Kaepsele in den Goldäckern in Echterdingen mit derzeit rund 180 vorgesehenen Wohnungen. Weitere Überlegungen gibt es in den Bergäckern in Oberaichen. Wie man sich ausrechnen kann, decken diese Vorhaben allerdings lange nicht den Bedarf. Zudem sind das alles Baugebiete auf der grünen Wiese bzw. auf Äckern, die dann asphaltiert und versiegelt werden. Welche Möglichkeiten gibt es noch?
Es erscheint uns sehr sinnvoll, ehemalige Industrie- und Bürogebäude in Wohnraum umzuwandeln oder auf diesen Flächen Wohnraum neu zu errichten. Das jeweilige Gebiet ist erschlossen, und es muss keine weitere Natur zerstört werden. Und genau das ist in Musberg in der Bunsenstraße möglich. Ein großer Vorteil! Die genaue Ausgestaltung muss im laufenden Bebauungsplanverfahren noch geklärt werden. Und jede und jeder bedenke bitte dabei: Wir brauchen genügend Wohnraum, möglichst bezahlbar, und das ist mit zusätzlichen Einfamilienhäusern allein nicht zu erreichen.
Was uns ein sehr wichtiges Anliegen ist: Vorhandener Wohnraum soll auch als Wohnraum genutzt werden! Lt. Zensus 2022 stehen 635 Wohnungen in Leinfelden-Echterdingen leer, fast die Hälfte seit über einem Jahr. D.h. viele Räumlichkeiten sind dem örtlichen Wohnungsmarkt entzogen – und das bei der derzeitigen Wohnungsnot! Daher hat die SPD-Fraktion im Gemeinderat beantragt, dass die Stadtverwaltung auf die Eigentümerinnen und Eigentümer zugeht und sie zur Vermietung ihrer leerstehenden Gebäude motiviert. Zudem hat die SPD-Fraktion gebeten, eine Zweckentfremdungssatzung zu erstellen. Damit könnte Leerstand oder der kurzfristigen Vermietung über Plattformen wie AirBnB entgegengewirkt werden. Diese Anträge werden hoffentlich bald im Technischen Ausschuss des Gemeinderates beraten. Wir hoffen auf eine breite Unterstützung im Gemeinderat, um auch in unserer Stadt für Normalverdiener genügend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Regina Gabriel, 2. stellv. Vorsitzende des Ortsvereins der SPD LE