Zu ihrer jüngsten Mitgliederversammlung hatte die SPD L.-E. in den Echterdinger Ratsstuben einen gleichermaßen fachkundigen wie sympathischen Referenten zu Gast, nämlich den Backnanger SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber. Bereits seit 2011 sitzt Gernot für die SPD und für den Wahlkreis Backnang im baden-württembergischen Landtag. Seitdem ist er auch Sprecher für Energie und Klimaschutz der SPD-Landtagsfraktion.
Gernot Gruber hielt zunächst einen Impulsvortrag zum Thema „Stand der Energiewende in Baden-Württemberg“. Dabei wurde deutlich, dass das grün-schwarz regierte Baden-Württemberg bei vielen Kennzahlen eher schlecht dasteht - anders, als es viele Medien und die Regierungsparteien selbst suggerieren. So zeigt der Ländervergleich, dass BaWü unter der grün-schwarzen Landesregierung beim Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in 2020 nicht gut dastand: Während der Deutschland-Schnitt bei 53% lag und etwa das CSU-regierte Bayern und das SPD-geführte Rheinland-Pfalz auf 52% kamen, betrug der Anteil der erneuerbaren Energien in BaWü lediglich 25%. Die Bruttostromerzeugung in BaWü ging von 70 Terrawattstunden (TWh) in 2005 auf ca. 45 TWh in 2020 zurück. Den fehlenden Strom von ca. 25 TWh muss BaWü importieren. Besonders ernüchternd: Von 8.000 Landesgebäuden in Baden-Württemberg (z.B. Universitäten, Polizeireviere oder Forstämter) haben lediglich 170 Gebäude eine Solaranlage. Auch aktuell läuft der Ausbau von Windkraftanlagen und von Freiflächen-Solaranlagen in Baden-Württemberg sehr schleppend.
Anschließend diskutierten die Mitglieder leidenschaftlich und fachkundig über das Gehörte. Für die SPD im Land müsse es darum gehen, Energie-, Industrie- und Sozialpolitik miteinander zu verknüpfen: Weil die SPD möchte, dass BaWü Industriestandort bleibt, muss der Anteil an erneuerbaren Energien deutlich erhöht werden, weil man nur so für die Zukunft als Standort attraktiv bleibt. Daran hängen dann auch die Arbeitsplätze und an diesen wiederum die Sozialpolitik. Verwiesen wurde darauf, dass die SPD schon in den 1970er Jahren über Umwelt- und Klimathemen diskutiert hat, also noch ehe die Grünen gegründet worden waren. Erhard Eppler und Hermann Scheer waren visionäre Vordenker der Landes-SPD bei diesen Themen.
OV-Vorsitzender Jörg Pauly bedankte sich herzlich bei Gernot Gruber für seinen Vortrag und die anschließende Diskussion: „Die Themen werden uns gerade auch kommunalpolitisch noch intensiv weiter begleiten“, so Pauly. Hans-Ulrich Kramer, Schriftführer der SPD L.-E.