SPD Leinfelden-Echterdingen

Füreinander. Miteinander. Für Leinfelden-Echterdingen.

Rede anlässlich des 80. Geburtstages von Dr. Liesel Hartenstein

Veröffentlicht am 28.09.2008 in Allgemein

Liebe Liesel,
liebe Familie Hartenstein,
werte Festgäste,

ich freue mich sehr, Dir liebe Liesel Hartenstein heute
anlässlich Deines 80. Geburtstages im Namen der SPD-
Gemeinderatsfraktion, des SPD-Ortsvereins,
ganz herzlich zum Geburtstag zu gratulieren
und Dir unseren Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen.
Dein Lebenswerk kann sich sehen lassen.
Darüber war in den letzten Tagen vieles zu lesen und wir werden auch heute noch
Einiges über Dich erfahren.
Deshalb habe ich in meinem Archiv gekramt und dabei ist mir
Unser Kommunalwahlprogramm vom April 1975 in die Hände gefallen.
Also aus den frühen Jahren Deines Wirkens.
Dort schreibst Du über Dich selbst:
Kommunalpolitikerin aus Leidenschaft, verheiratet, Mutter einer erwachsenen Tochter und eines noch nicht ganz erwachsenen Sohnes (15) . Meine Kindheit verlebte ich in einem kleinen Dorf im Hohenloheschen, die Schulzeit in Schwäbisch hall, danach Studium in Tübingen und erste Ehejahre in Stuttgart. 1963 zogen wir nach Echterdingen, das uns zur zweiten Heimat geworden ist.
Weil ich am Leben in der Gemeinde aktiv teilnehmen wollte, kandidierte ich 1968 für den Gemeinderat und wurde auch gewählt – als erste Frau. Am Anfang war es schon etwas seltsam, allein unter so vielen Männern zu sitzen. Inzwischen haben wir uns aber recht gut aneinander gewöhnt.
Seit 1967 bin ich Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft gegen Großflughafen und seit 1971 Vorsitzende. Es ist uns durch energischen Einsatz gelungen, das Nachtflugverbot durchzusetzen, das die Bevölkerung wenigstens für einige Nachtstunden vom Fluglärm verschont.
Dieses Engagement zeigt schon die Richtung meines Politischen Interesses: es geht mir in erster Linie um das Wohl der Menschen und nicht um Programme.
Wenn sich der Bürger nicht wehrt, handeln die Behörden über seinen Kopf hinweg
Die Kommunalpolitik ist beinah schon zu meinem dritten Beruf geworden.
Im Hauptberuf unterrichte ich am evangelischen Mörike-Gymnasium Deutsch und Französisch. Es ist nicht immer leicht, den Haushalt, die Schule und die kommunalpolitischen Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Aber meine Familie hat viel Verständnis und packt mit an, wenn es not tut.
Soweit Liesel Hartenstein im Jahre 1975.
Deiner Zielstrebigkeit auf vielen politischen Ebenen hier vor Ort war es
Schließlich zu verdanken, dass Dich die SPD für ein Bundestagsmandat nominiert hatte und die Wählerinnen und Wähler
Im Jahre 1976 auch prompt in den Deutschen Bundestag gewählt haben.
Dazu nachher mehr aus berufenerem Munde.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Die Südwestpresse bezeichnet Dr. Liesel Hartenstein als
POWER - Frau der Öko-Vernunft
Und weiter
Als engagierte Parlamentarierin, deren Wort und Aktionsleidenschaft
Im Wahlkreis ebenso geschätzt wurde wie in Bonn und Berlin.
Als Umweltexpertin, als Vizechefin der Enquete-Kommission Klimaschutz,
als Delegationsleiterin bei internationalen Konferenzen bis hin zum Klimagipfel
in Kyoto 1997 erwarb sich Liesel Hartenstein internationale Anerkennung
Die Stuttgarter Nachrichten überschreiben Ihren Artikel
Grand Dame der Umweltpolitik
Und
Die Pforzheimer Zeitung bezeichnet Dich als
Große Dame der Sozialdemokratie
Ehre wem Ehre gebührt.
Liebe Liesel,
trotz der vielen Zeit die Du für Deinen Wahlkreis Calw/Freudenstadt aufgebracht hast ist der Kontakt zu uns nie abgerissen.
Immer standest Du mit Rat und Tat zur Verfügung.
Auch als kritische Begleitung, hinterfragend was wir hier vor Ort so machen.
Es lag also nahe, dass Du nach deinem Ausscheiden aus dem Bundestag im Jahre 1999 nochmals für den Gemeinderat kandidiert hast um uns bei der Auseinandersetzung mit den Begehrlichkeiten auf unserer Markung zu stärken.
Bis zum heutigen Tag bist Du aktiv in der Politik verankert wie z.B. beim AK Filder der SPD.
Meine Damen und Herren,
die Politik ist ein mühsames Geschäft.
Ich lese nochmals aus unser Kommunalwahlprogramm von 1975 vor:
Und vermute stark, das Du diesen Satz geschrieben hast
Alle Mitbürger, die bei einer Waldwanderung im Schönbuch Erholung suchen, ärgern sich seit langem darüber, dass sie von rücksichtslosen Fahrern auf der Alten Poststraße ständig eingestaubt und vom Weg vertrieben werden.
Wir fordern deshalb, dass diese Straße vom Durchgangsverkehr befreit wird und zum Wanderweg erklärt wird.
Zitat Ende:
Sie sehen also, das Thema Feinstaub ist ein lokales und globales Thema.
Angesichts der vielen Gratulanten hast Du uns gebeten, es kurz zu machen.
Also Googeln Sie einfach mal. Setzten Sie sich vor Ihren PC und geben Sie einfach Liesel Hartenstein ein. Google bringt Ihnen 3540 Einträge. Dort steht viel mehr, als alle Redner heute sagen können.
Ein Zitat aus dem Bundestagsprotokoll einer historischen Rede möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
„Vizepräsident Dieter-Julius Cronenberg:
Frau Abgeordnete Dr. Hartenstein, als erfahrene Parlamentarierin wissen Sie, daß Sie mich wegen der Redezeit in Verlegenheit bringen. Bitte, kommen Sie zum Schluß.
Dr. Liesel Hartenstein (SPD): Ich weiß, Herr Präsident. Ich bin auch am Schluß:
Ich bitte Sie, Berlin seine alte Würde wiederzugeben.“
Liebe Liesel so wie Du damals bei der Debatte um die Frage der Deutschen Hauptstadt von der Würde Berlins gesprochen hast,
spreche ich heute von der Würde, vom Ansehen und von der Leistung die Du dir als Person erworben hast.
Dein Lebenswerk kann sich sehen lassen - wir sind stolz auf Dich.
Wir wünschen Dir noch viele gute Jahre.

Erich Klauser
Fraktionsvorsitzender