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Amtsblattartikel vom 28.11.2014: Das Bildungsangebot in unserer Stadt ist vielfältig: zahlreiche Grundschulen, eine freie aktive Schule, eine Realschule, zwei Gymnasien und eine Werkrealschule, die Ludwig-Uhlandschule (LUS). Diese Vielfalt soll auch künftig gegeben sein. Doch manches verändert sich; die Entscheidungsträger in der Politik sind gut beraten, das ohne ideologische Vorbehalte zur Kenntnis zu nehmen. Die Schülerzahlen werden künftig abnehmen. Dazu kommt noch, dass aufgrund der zunehmenden Übergangsquoten auf Realschule und Gymnasium seit vielen Jahren klar ist, dass die Werkrealschulen, ungeachtet ihrer hervorragenden Arbeit, vielerorts keinen Bestand mehr haben werden. Die vormalige CDU/FDP Landesregierung hat es leider versäumt, sich dieser Herausforderung zu stellen und geeignete Lösungsansätze zu entwickeln. Das war ein Fehler!
Angesichts der stark rückläufigen Schülerzahlen an der LUS hat die Lehrerkonferenz kürzlich nach langer Diskussion mit eindrucksvoller Mehrheit entschieden, sich auf den Weg zur Gemeinschaftsschule zu machen. Die SPD-Fraktion begrüßt diesen Schritt außerordentlich. Vor dem Hintergrund der dünn besetzten Eingangsklasse (16 Schüler in Klasse 5) ist dieser Schritt nur konsequent. Wenn in zwei aufeinanderfolgenden Schuljahren die Mindestschülerzahl von 16 in der Eingangsklasse nicht erreicht wird, sieht die regionale Schulentwicklung in der Regel vor, dass an diesem Standort künftig keine 5. Klasse mehr gebildet wird. Damit wäre dann das „Aus“ für diese Schulart in unserer Stadt zu befürchten. Derzeit besuchen 218 Schülerinnen und Schüler die LUS. Wir haben die Verpflichtung für diese Schülergruppe ein Angebot in unserer Stadt zu bieten. Wir wollen nicht, dass diese Schüler künftig außerhalb unserer Stadt zur Schule gehen. Vieles spricht für die Gemeinschaftsschule: Die LUS arbeitet seit mehr als 10 Jahren im Ganztagesbetrieb, hat eine Mensa, ausreichend Fachräume, fundierte pädagogische Konzepte, engagierte Lehrkräfte und Eltern. Die Grundschule soll so bleiben wie bisher, eine Oberstufe ist nicht geplant.
Die Schulkonferenz der LUS wird in Kürze einen entsprechenden Beschluss fassen und dann hat der Gemeinderat als Schulträger zu entscheiden wie es weiter geht. Die SPD-Fraktion ist der Ansicht, dass die Diskussion über die Weiterentwicklung der Schullandschaft nun endlich zu einem Abschluss gebracht werden muss. Die Fakten liegen auf dem Tisch, diejenigen, die sich wirklich informieren wollen, hatten dazu in reichem Maße die Gelegenheit. Vermutlich wird es noch eine weitere Informationsveranstaltung geben. Dann ist es an der Zeit eine politische Entscheidung zu treffen, mit der dann alle am Schulleben Beteiligten leben müssen, heute, morgen und in der Zukunft. Wir meinen, die Entscheidung ist klar. Wer sich für mehr Bildungsgerechtigkeit, für ein längeres gemeinsames Lernen und für den dauerhaften Fortbestand der LUS einsetzen möchte, der kann nur Ja sagen zu ihrer Entwicklung zur Gemeinschaftsschule.
Barbara Sinner-Bartels (SPD-Fraktion)