Ist der Mischverkehr vom Tisch?

Veröffentlicht am 01.07.2020 in Presseecho

Nicht nur die SPD befasst sich seit Jahren mit den Auswirkungen von S 21 und dem geplanten Mischverkehr auf einer Trasse durch unsere Stadt.

Hier nochmals die Fakten. Am Flughafen soll neben dem jetzigen S-Bahnhof ein Fernbahnhof entstehen, an dem dann neben S 2 und S 3-Zügen auch Regional- und IC-Züge halten, auch um den viel zu knapp geplanten Hauptbahnhof in Stuttgart zu entlasten. Die bisherige Planung sieht auf der jetzigen S-Bahn-Trasse durch Oberaichen, Unteraichen, Leinfelden und Echterdingen zusätzlichen Fern- und Regionalverkehr vor.

Dies bedeutet für die Anwohnerinnen und Anwohner mehr Lärm. Deshalb sollen an der gesamten Strecke mehr oder weniger wirksame Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Die Stadt und viele Bürgerinnen und Bürger haben im sog. Planfeststellungsverfahren ihre Bedenken eingebracht. Die Stadtverwaltung und der Gemeinderat haben mehrfach sachkundigen Rat von Experten eingeholt, um ihre Bedenken zu untermauern.

Eine fachtechnische Stellungnahme von Dr. Hohnecker vom 11.08.2018 ergibt schwere Bedenken gegen die Realisierbarkeit eines Mischverkehrs zwischen Rohrer Kurve und dem Flughafen (Bahnhof Drittes Gleis). Insbesondere kommt zum Ausdruck, dass ein störungsfreier Betrieb im von der Region beschlossenen Viertelstundentakt durch fehlende Harmonisierung der Konzepte und der Prämissen in Frage gestellt wird. Dann droht ein Aufbau von Verspätungen bei der S-Bahn, der nicht mehr abgebaut werden kann und daher das ganze S-Bahn-System tangiert. Dazu muss man wissen, dass nach geltenden Regeln auf den Schienen immer der Fernverkehr Vorrang hat. Statt einer Verbesserung des S-Bahnbetriebes würde es zu mehr Störungen und möglicherweise der Einstellung einer Linie kommen.

Die Planung für S 21 ist ja nun schon viele Jahre alt und durch den sog. Deutschlandtakt, der den bundesweiten Eisenbahnfernverkehr besser gestalten soll, an die Grenzen gestoßen. Nach den neuen Überlegungen, die am 30.6.2020 in Berlin vorgestellt werden, soll deshalb die Gäubahntrasse, eine wichtige Zugverbindung von Süd-Nord, also für Fernzüge aus der Schweiz, in einem rund zehn Kilometer langen Tunnel ab der sog. Rohrer Kurve bis zum neuen Fern- und Regionalbahnhof am Flughafen/Messe gebaut werden. Damit würden die Ausdünnung des S-Bahn-Verkehrs, die Mehrbelastung durch Lärm und die teuren Lärmschutzmaßnahmen vermieden.

Die SPD Leinfelden-Echterdingen und der kommunale Arbeitskreis der SPD auf den Fildern hat dazu schon vor Wochen ein Flugblatt verfasst, das genau auf die geschilderte Problematik eingeht. Der Text ist unter https://www.spd-in-le.de/dl/Flyer_DIN_A4_final.pdf nachzulesen.

Jetzt sind die Landesregierung, der Regionalverband, die Stadt Stuttgart u.a. am Zuge, um eine vernünftige Lösung zu finden. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen und Ihre Einwohner haben für die gesamte Region und darüber hinaus mit den Infrastrukturen A 8, B 27, Echterdinger Ei, Landesflughafen und Landesmesse schon viele Lasten zu tragen. Auch deshalb darf es keine Verschlechterung des S-Bahn-Betriebes geben und erst recht keine weitere Lärmbelastung. Erich Klauser für die SPD-Fraktion