Beinahe täglich lesen und hören wir, dass
Wohnungen fehlen und Menschen
händeringend eine Bleibe suchen. Das ist
natürlich auch bei uns in der Stadt nicht
anders. Auch wenn leider das Land uns bisher
den „angespannten Wohnungsmarkt“ nicht
wieder zugesteht. Wir lassen aber nicht nach!
Erst jüngst hatte die Stadtverwaltung auf
unsere dringende Bitte hin zum wiederholten
Mal die Landesregierung angeschrieben und
gebeten, LE wieder in die Liste aufzunehmen.
Das würde manches erleichtern.
Wie passt es denn zusammen, wenn einerseits
so viele Menschen, dringend eine Wohnung
brauchen, andererseits aber allein in LE
insgesamt 635 Wohnungen leer standen
(Quelle Zensus Mai 2022 – aktuellere Daten
gibt es leider nicht) und damit dem
Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung stehen?
Das fragen sich völlig zu Recht viele
Menschen und kommen dann zu dem Schluss,
dass das nicht zusammenpasst. Das bemerken
wir auch zunehmend im Stadtbild. Wir werden
auch zunehmend von Bürgerinnen und
Bürgern darauf angesprochen.
Im Mai 2022 standen rund 44 % dieser
leerstehenden Wohnungen, also fast die
Hälfte, bereits seit mehr als 12 Monaten leer.
Die Gründe für den Leerstand sind dabei
vielschichtig. In rund 40 % der Fälle könnte
die leerstehende Wohnung innerhalb von 3
Monaten wieder bezogen werden. Das heißt
aber noch lange nicht, dass das auch so in die
Tat umgesetzt wird. Bei 20 % der Wohnungen
liefen Baumaßnahmen. Weitere rund 20 % der
Befragten machten keine Angaben zu den
Gründen des Leerstands, sondern wählten die
Antwortkategorie „sonstiger Grund“. Die
verbleibenden Gründe für den Leerstand
verteilten sich auf die Gründe eines geplanten
Abrisses, eines geplanten Verkaufs oder auch
eine mögliche künftige Selbstnutzung.
Seit Jahren weist die SPD-Fraktion deshalb
sehr deutlich auf diesen Sachverhalt hin, und
betont, dass ein großer Handlungsbedarf in LE
besteht. Zuletzt hatten wir im Februar 2026 die
Verwaltung dringend darum gebeten, anhand
von gezielter Öffentlichkeitsarbeit das Thema
Wohnungsleerstand in den Fokus zu rücken,
um dadurch Wohnungseigentümer zur
Vermietung zu motivieren. Immerhin 17
Monate hatten wir bis dahin auf eine Beratung
unseres entsprechenden Antrags gewartet und
dann hat es nochmals 8 Monate gedauert, bis
diese Bitte umgesetzt wurde. Gut Ding will
Weile haben! Wir bedanken uns trotzdem,
dass der Appell zur Vermietung leerstehenden
Wohnungen nun endlich prominent auf der
ersten Seite des Amtsblatts vom 16. Oktober
2026 erschienen ist. Vielleicht ist er angesichts
des am selben Wochenende stattfindenden
Krautfests etwas untergegangen? Wir würden
uns jedenfalls darüber freuen, wenn der Appell
in absehbarer Zeit nochmals wiederholt und
dann auch noch mit Fakten hinterlegt werden
könnte.
Abschließend noch der Hinweis, dass zudem
zahlreiche Wohnungen bzw. Zimmer über
AirBnB zur Kurzzeitvermietung angeboten
werden. Auch diese Wohnungen fehlen auf
dem Wohnungsmarkt.
Für die SPD-Gemeinderatfraktion
Stadträtin Barbara Sinner-Bartels