
Diskussion mit Walter Bauer über Kultur
Den Menschen in seiner Vielfalt wahrnehmen: „Was würden Sie für die Kultur in unserem Lande machen, wenn Sie einen Tag Ministerpräsident wären?“, diese Frage stellte die Moderatorin Sabine Schäfer-Gold den Diskussionspartnern der Veranstaltung „Was braucht Kultur in der Zukunft?“ in der Städtischen Galerie in Filderstadt. Für Nida-Rümelin, Professor der Universität München und ehemaliger Kulturstaatsminister, war die Antwort klar. Man müsse Brücken bauen zwischen Kultur und Politik und die Menschen für die Kultur gewinnen. Im Ausbau der Ganztagesschulen sei ein neuer Bildungsansatz möglich, einer, der den Menschen in seiner ganzen Vielfalt wahrnimmt und fördert. Es gingen zwar achtmal so viele Menschen ins Museum wie in Fußballstadien, aber es gäbe immer mehr Menschen, die sich nicht für Bildung und Kultur nteressierten. „Das dürfen wir nicht hinnehmen“, so der ehemalige Minister. Es gehe nicht an, dass man Hoch- und Breitenkultur gegeneinander ausspiele. Man dürfe die Künste nicht instrumentalisieren. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Identitätsfindung des Menschen, zur Interkulturalität und zur Inklusion, was besondere Herausforderungen aber auch Chancen für die ganze Gesellschaft darstelle.
SPD-Landtagskandidat Walter Bauer konnte als Realschulrektor den Ansatz der Ganztagesschule als Weg zu mehr kultureller Bildung nur unterstreichen. Er würde als Ministerpräsident als erstes das Schul- und Wissenschaftsministerium, das auch die Kultur beinhaltet, zusammenlegen. „Wir müssen die Kultur in die Schule holen und mit der Schule in die Kultureinrichtungen gehen, nur so kann es gelingen, die jungen Menschen auf kulturelle Angebote neugierig zu machen und die Talente, die in ihnen schlummern, zu fördern“, ist Walter Bauer überzeugt.
„Aufgrund der Erfahrungen, die ich in meinem langen Leben gemacht habe, kann ich das nur bestätigen“, so die Leiterin der Stiftung Ruoff Hildegard Ruoff, Witwe des bekannten Malers und Bildhauers Fritz Ruoff. Man müsse die Menschen ermutigen und ermuntern, sich mit Kultur auseinanderzusetzen. Neugierig und offen zu sein, sei eine Grundvoraussetzung, wobei nicht das Kunststück zähle sondern Form und Geist des Kunstwerks, mit dem sich sowohl die Kunstschaffenden als auch die Betrachter auseinandersetzten.
Bild (v.l.n.r.): Walter Bauer (SPD-Landtagskandidat), Hildegard Ruoff (Leiterin der Stiftung Ruoff) und Nida-Rümelin (Professor der Universität München und ehemaliger Kulturstaatsminister) diskutieren unter der Moderation von Sabine Schäfer-Gold über das Thema „Was braucht Kultur der Zukunft?“.