Aufhebung der Maskenpflicht – ein Irrweg

Veröffentlicht am 17.07.2020 in Presseecho

Mehrere Bundesländer diskutieren derzeit über die Aufhebung der Maskenpflicht und wollen in Zukunft das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes von der Pflicht zur Empfehlung abstufen. Klar sinken derzeit die Infektionszahlen, doch der kritische Reproduktionswert schwankt seit Wochen um den Wert 1, sprich: ein Infizierter steckt im Mittel eine weitere Person an. Um sich dauerhaft von einer weiteren Infektionswelle zu entfernen und die Zahl der Infizierten weiter sinken lassen zu können, muss allerdings der R-Wert deutlich unter 1 bleiben.

Einschneidende Zeit

Dass die vergangenen Wochen viele Belastungen finanzieller und psychischer Art auch hier in Leinfelden-Echterdingen mit sich brachten ist unbestritten und zeigt sich auch an dem jüngst verabschiedeten Nachtragshaushalt der Stadt. Doch eines zeigt sich ebenfalls deutlich: Deutschland kam im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern bisher mit einem blauen Auge davon. Auch wenn die Zahlen in Baden-Württemberg nach Bayern und Nordrhein-Westfalen am höchsten ausfallen, hatten wir nie die Situation wie im Elsass oder in Norditalien, wo zeitweise die medizinische Versorgung kollabierte. Mit 172 Infizierten, 157 davon Genesenen und 12 Verstorbenen (Stand 14.07.2020) kam auch Leinfelden-Echterdingen halbwegs glimpflich davon, wenn das auch kein Trost für die Angehörigen der Verstorbenen sein kann.

Schutz der Risikogruppen

Sind wir es also nicht allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern schuldig weiter dafür zu sorgen, dass sich möglichst niemand mehr ansteckt? Unser Beitrag dafür ist gering gegenüber den möglichen Folgen, die sich aus unserem Handeln ergeben. SARS CoVid19 ist eine Krankheit, die aktuell nicht medizinisch therapiert werden kann. Eine wirksame Impfung ist derzeit noch nicht möglich, auch wenn es weltweite Anstrengungen gibt diesen herzustellen. Mit dem Paul-Ehrlicher-Institut laufen erste klinische Testreihen, die ermutigend erscheinen. Die Verpflichtung zum Tragen einer Maske im Einzelhandel, im öffentlichen Personennahverkehr, Behörden und Ämtern ist daher richtig und wichtig und muss weiterhin einhergehen mit den allseits bekannten Hygieneregeln.

Kleiner Beitrag, große Wirkung

Natürlich haben wir uns diesen Sommer anders vorgestellt, doch die Situation gebietet es weiterhin den Mund-Nasenschutz zu tragen und somit persönlich dafür zu sorgen weiterhin die Pandemie vor Ort und darüber hinaus im Griff zu haben. Und wir alle wissen auch, dass es funktioniert, wenn wir für eine gewisse Zeit unseres Lebens diszipliniert mit der Gesundheitsgefährdung umgehen.  Helfen Sie also weiterhin mit, sich und andere zu schützen! Jörg Pauly, OV-Vorsitzender der SPD LE