SPD Leinfelden-Echterdingen

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Amtsblattartikel vom 5.11. zum Lauterbach-Vortrag

Veröffentlicht am 07.11.2010 in Presseecho

Vortrag von Karl Lauterbach zur Gesundheitspolitik
MdB Rainer Arnold und Walter Bauer, SPD-Kandidat für die Landtagswahl 2011 im Wahlkreis Nürtingen, konnten bei einer Fraktion-vor-Ort-Veranstaltung in der Stadthalle Nürtingen einen prominenten Gast begrüßen: Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach, studierter Arzt und Gesundheitsökonom und laut Rainer Arnold „das sozialdemokratische Gesicht in der Gesundheitspolitik“, hielt einen Vortrag mit anschließender Diskussion zur Gesundheitspolitik. Bei dem gut besuchten Vortrag waren auch zahlreiche Experten, etwa von den Krankenkassen oder aus der Ärzteschaft, anwesend. Karl Lauterbach kritisierte in seinem Vortrag die schwarz-gelbe Gesundheitspolitik scharf: So solle in kleinen Schritten die sogenannte „Kopfpauschale“ eingeführt werden. Der in der aktuellen Gesundheitsreform vorgesehene Sozialausgleich gehe mit einem komplizierten und bürokratischen Verfahren einher. Ganz im Gegenteil zu den Ankündigungen von Schwarz-Gelb kämen insbesondere auf Rentner und Geringverdiener Mehrbelastungen im Gesundheitswesen zu. „Für 80 bis 90 Prozent der Haushalte bedeutet dies: weniger netto vom brutto“, so Karl Lauterbach. Gewinner der schwarz-gelben Gesundheitsreform seien Arbeitgeber (deren Beiträge werden eingefroren), Privatversicherte und vor allem die Pharmaindustrie. Verlierer seien die Masse der Patienten und dabei insbesondere die Rentner sowie auch die Hausärzte. Dadurch, dass Ärzte künftig auch gegen Vorkasse behandeln können, drohe eine Drei-Klassen-Medizin. „Es gilt dann: Privat, Vorkasse, Holzklasse“, so Lauterbach. Der schwarz-gelben Gesundheitspolitik setzte Lauterbach sozialdemokratische Alternativen entgegen: Vor allem das Konzept der „Bürgerversicherung“, wobei die SPD gerade dabei sei, ein detailliertes Konzept auszuarbeiten. Zudem sprach sich Lauterbach für die paritätische Finanzierung des Gesundheitswesens, für Facharztverträge oder auch für Rabattverträge zwischen Krankenkassen und der Pharmaindustrie aus, die auf die Marktmacht der Kassen setzten. Der Vortrag wurde mit viel Beifall bedacht, wobei es im Anschluss neben einigen positiven Rückmeldungen auch kritische Nachfragen gab. Hans-Ulrich Kramer