Keine zweite Startbahn und auch keine weitere Aufweichung des Nachtflugverbots
Keine zweite Startbahn und auch keine weitere Aufweichung des Nachtflugverbots
Keine zweite Startbahn und auch keine wei-tere Aufweichung des Nachtflugverbots
Das Gutachten der Flughafen GmbH liegt auf Tisch. Die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden! Jetzt wissen wir endgültig, woran wir sind. Bis 2020 wird von einer Stei-gerung der Fluggastzahlen um mehr als 70 % ausgegangen. Zwei Varianten für die zweite Startbahn, die sich in ihren verheerenden Auswirkungen nur geringfügig unterscheiden, werden vorgeschlagen, um die steigenden Fluggastzahlen zu bewältigen. Zwischen 163 Hektar (Nordvariante) und 187 Hektar (Südva-riante) Fläche werden dafür benötigt. Die ver-anschlagten Kosten sollen bei etwas über 600 Mio. € liegen. Voraussetzung für die „optima-le Nutzung“, so steht es in dem Gutachten, ist die Westerweiterung und die Vorverlegung des Betriebsbeginns auf 5 Uhr morgens, von weiterem Straßenausbau ist schließlich auch noch die Rede.
Die Grenzen der Belastungen durch Lärm und Verkehr sind für die Menschen auf der Filder längst überschritten. Klimaschutz ist uns wich-tiger als die Billigfliegerei. Gemeinsam mit der SPD auf der Filder, im Kreis und im Land bleibt die SPD LE bei ihrem konsequenten Nein zu den Ausbauplänen.
Wir brauchen die von der Landesregierung angekündigten weiteren Gutachten nicht. Die Entscheidung über den weiteren Ausbau ist eine politische Entscheidung, deshalb muss sie auch politisch diskutiert werden. Anders als bei der letzten Flughafenerweiterung geht es heute von Anfang an nicht um Sicherheitsas-pekte, sondern ausschließlich um die Wirt-schaftlichkeit. Die SPD-Fraktion wird sich im Kommunalen Arbeitskreis Filder mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass die Filderkommu-nen gemeinsam deutlich machen, dass für wei-tere Ausbaupläne in unserem dicht besiedelten Raum kein Platz ist. Die politisch Verantwort-lichen in Landtag und Landesregierung müs-sen jetzt ganz schnell und eindeutig Flagge zeigen und nicht mit dem Verweis auf weitere Gutachten auf Zeit spielen und den Entschei-dungen aus dem Weg gehen. Zudem muss die von der SPD schon seit langem geforderte Luftverkehrskonzeption endlich erstellt wer-den. Dabei sind nicht nur die Flughäfen im Land zu berücksichtigen, sondern auch die in den unmittelbar angrenzenden Bereichen (Frankfurt, Zürich, Basel/Mulhouse, Mem-mingen), die mit der Schiene in kurzer Zeit erreichbar sind. Mit einem solchen Konzept kann eine Entlastung des Stuttgarter Flugha-fens zugunsten anderer Standorte im Land vor-gesehen und der Bau einer zweiten Startbahn in Stuttgart überflüssig gemacht werden.
Barbara Sinner-Bartels (SPD-Fraktion)