Wohnen wird immer teurer - wir müssen was tun!

Veröffentlicht am 21.06.2019 in Presseecho

Besonders hoch war die durchschnittliche Warmmiete pro Quadratmeter 2018 in Stuttgart und LE (jeweils 9,96 €). Unsere Stadt muss sich der Herausforderung des Mietwohnungsmarktes stellen, zumal die Preise für Eigentumswohnungen zwischenzeitlich für Normalverdiener nicht mehr erschwinglich sind. Dort, wo Arbeitsplätze sind und neue entstehen, muss auch Wohnen möglich sein.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist in Baden-Württemberg im 1. Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahresquartal um über 20 % gesunken. Bauträger sind darüber sehr besorgt und machen die Entwicklung vor allem am Mangel an Grundstücken fest. Das sei zwischenzeitlich das Nadelöhr geworden. Unsere Folgerung für LE: Bebauungsplanverfahren, die als Wohnungsbauschwerpunkt ausgewiesen sind, müssen Priorität erhalten. In den vergangenen Monaten hat sich die Verwaltung auf ein kleines, außerhalb des genehmigten Flächennutzungsplanes gelegenes privates Vorhaben konzentriert und damit Kapazität gebunden, die für andere Vorhaben dann nicht zur Verfügung stand.

Wohnen ist in Baden-Württemberg schon immer teuer, aber jetzt noch teurer geworden. Bei einer Untersuchung der Mieten in 300 Städten in Deutschland finden sich unter den 20 Städten mit den höchsten Bestandsmieten neun Städte aus dem Ländle. Besonders hoch war die durchschnittliche Warmmiete pro Quadratmeter 2018 in Stuttgart und LE (jeweils 9,96 €). Unter den 10 teuersten Städten finden sich auch Tübingen (9,48 €), Ditzingen und Ludwigsburg (jeweils 8,86 €) und Fellbach (8,65 €). Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 6,92 € pro Quadratmeter. Zudem sind die Mieten in LE und Stuttgart in den vergangenen fünf Jahren besonders stark gestiegen, mit 1,77 € pro Quadratmeter um fast 22 %.

„Die einfache Lösung ,bauen, bauen, bauen‘ wird den wohnungs- und mietenpolitischen Problemen bei weitem nicht gerecht. Es müssen auch die richtigen, das heißt die tatsächlich benötigten Wohnungen an den richtigen Standorten, also vor allem in den Großstädten und Ballungsgebieten, gebaut werden“, erklärte der Mieterbund-Präsident unlängst. „Wir brauchen in erster Linie bezahlbare Mietwohnungen und mehr Sozialwohnungen, damit der Neubau tatsächlich mietpreisdämpfend wirken kann und auch Normalverdiener wieder eine Wohnung in der Stadt anmieten und bezahlen können. Der Prozess der Verdrängung einkommensschwächerer Haushalte muss gestoppt werden.“

Ein erster kleiner Ansatz wird in Leinfelden-Echterdingen im Neubaugebiet Schelmenäcker verwirklicht werden können (siehe Amtsblatt vom 14. Juni 2019). Unsere Stadt muss sich der Herausforderung des Mietwohnungsmarktes stellen, zumal die Preise für Eigentumswohnungen zwischenzeitlich für Normalverdiener nicht mehr erschwinglich sind. Dort, wo Arbeitsplätze sind und neue entstehen, muss auch Wohnen möglich sein. Sonst nimmt der Verkehr auf unseren Straßen niemals ab, und Umwelt und Klima werden auch nicht besser. Für die SPD-Fraktion Erich Klauser und Barbara Sinner-Bartels