Stuttgart 21 und kein Ende: Gäubahntunnel muss Entlastung für L.-E. bringen!

Veröffentlicht am 02.10.2020 in Presseecho

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat aktuell die Stellungnahme zur zweiten Planänderung zum Planfeststellungsabschnitt 1.3b an das Regierungspräsidium geschickt. Dabei geht es erneut um Bedenken bezüglich der Lärmbelastungen, der Schallimmissionen und Gebäudeerschütterungen.

Durch Gutachten wurde nachgewiesen, dass es auf der Strecke ab der Rohrer Kurve bis zum Flughafenterminal zu erheblichen Verzögerungen des S-Bahn-Betriebes kommen wird, wenn dann auch die Fern- und Regionalzüge auf dieser Trasse fahren. Diese Störungen des S-Bahn-Taktes werden Auswirkungen auf fast das ganze Netz der S-Bahn in der Region haben, da es heute schon z.B. im Schwabtunnel eine sehr enge Taktung gibt, die dann auch nicht mehr steuerbar wäre. Die SPD-Fraktionen von Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen sowie die SPD-Regionalfraktion und unser Bundestagsabgeordneter Nils Schmid haben deshalb begrüßt, dass es hoffentlich ernsthafte Überlegungen gibt, das sich abzeichnende Desaster um das Projekt S 21 auf den Fildern durch neue Planungen abzuwenden.

Dazu die Zusammenfassung aus der Regionalversammlung: Mehrheitlich befürwortet wird der vom Bund in die Diskussion eingebrachte sogenannte Gäubahntunnel. Dieser bietet in Verbindung mit weiteren ergänzenden Maßnahmen die Chance, die Achse Zürich-Stuttgart mit optimaler Einbindung aller weiteren Knoten entlang der Strecke leistungsfähig und schnell an den Knoten Stuttgart anzubinden. Durch den Gäubahntunnel würde auch der Bau von Infrastrukturelementen, die im Rahmen von Stuttgart 21 vorgesehen waren, entfallen. Dazu gehören die Rohrer Kurve, die Station „3. Gleis“ am Flughafen, der Tunnel Flughafenkurve mit Stutzen zur späteren Anbindung an die Neubaustrecke sowie die Aufweitung des Gleisabstands der bestehenden S-Bahn-Strecke. Aus Sicht der S-Bahn Stuttgart wird der Entfall der Sperrung der Station Flughafen sowie die Tatsache, dass zukünftig ausschließlich S-Bahnen zwischen Rohr und Flughafen verkehren, positiv beurteilt.

Derzeit liegt jedoch noch keine Finanzierungszusage des Bundes vor. Somit lassen sich auch keine Prognosen dazu abgeben, bis wann ein solcher Tunnel umgesetzt werden kann. Klar ist jedoch, dass eine zügige Realisierung dieses Projekts erforderlich ist, um die Auswirkungen aus der Unterbrechung der Gäubahnanbindung zu minimieren. Aufgrund der Tatsache, dass der Gäubahntunnel direkt in das Projekt S 21 eingreift und den Planfeststellungsabschnitt 1.3b ersetzt, sind Anpassungen am Vertrag zum Projekt S 21 notwendig, zu denen die Region unter bestimmten Voraussetzungen (Ausstattung mit ETCS der Strecken S1/2/3 wie vorgesehen, Einbau der Weichenverbindung Leinfelden, Verbleib der Rohrer Kurve im Regionalplan) bereit ist.

Falls die Tunnellösung kommen sollte, ist für die Stadt L.-E. die Streckenführung von großer Bedeutung. Es kann nicht Ziel sein, dass der Tunnel zu einem Großteil unter den bebauten Stadtteilen geführt wird. Gebäudeschäden während des Baues und Erschütterungen beim Betrieb müssen vermieden werden! Erich Klauser für die SPD-Fraktion