Seit mehr als 20 Jahren sind die Rötlesäcker in Unteraichen im Flächennutzungsplan vorgesehen als Entwicklungsfläche für Gewerbe und Wohnen. Die Stadt ist bisher aus guten Gründen sehr behutsam umgegangen mit der Entwicklung von Flächen, um die wenigen Freiflächen zu schonen. Um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, werden jetzt ausgewählte Gebiete entwickelt. Seit einiger Zeit gibt es Überlegungen in den Rötlesäckern neben Wohnen auch Firmen anzusiedeln, die mit zukunftsweisenden und nachhaltigen Technologien befasst sind.
Die Firma Daimler Truck mit ihren 3.400 Arbeitsplätzen in Unteraichen am Fasanenweg hat nun ihr Interesse bekundet, im nördlichen Bereich der Rötlesäcker auf einer Fläche von 3,8 Hektar ein Gebäude für 2.400 Mitarbeitende zu errichten, wo die derzeit in Untertürkheim ansässigen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten gebündelt werden sollen. Eine Produktion von LKWs wird es nicht geben. Es geht ausschließlich um Entwicklung. Die verkehrliche Erschließung ist über die Maybachstraße geplant, die Wohngebiete in Unteraichen sind also nicht betroffen. Es soll in Holz-Hybrid-Bauweise ein Gebäude entstehen, das CO2-neutral betrieben wird. Die organisatorischen Anforderungen von Daimler Truck lassen sich mit leerstehenden Bürogebäuden leider nicht erfüllen.
Stadtverwaltung und alle Fraktionen des Gemeinderats sehen in diesem Projekt nach Abwägung der Vor- und Nachteile eine große Chance, die es zu nutzen gilt. Es entstehen Synergieeffekte, ein Unternehmen von Weltruf kann bei uns an den Technologien der Zukunft arbeiten. Die Dekarbonisierung des Transportwesens, also der Ersatz von fossilen Brennstoffen durch erneuerbare Energiequellen, soll hier vorangebracht werden, die immerhin für 7 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist.
Selbstverständlich nehmen wir die Bedenken der Bürgerschaft sehr ernst und werden uns dafür einsetzen, dass das weitere Verfahren in einem transparenten Prozess abläuft, in den Menschen sich einbringen können und mitgenommen werden. Wir werden uns dafür stark machen, alle Kräfte zu bündeln, um Wohnraum zu erschließen und neuen zu schaffen. Dabei geht es vor allem um bezahlbare Wohnungen. Wir sehen eine Chance, den 10-Minuten-Takt der Stadtbahn zu erreichen. Durch höhere Einnahmen aus der Gewerbesteuer kann schließlich unsere Infrastruktur unterhalten und gestaltet werden. Durch diese Ansiedlung schaffen wir die Voraussetzung für Arbeitsplätze und Wohlstand in der Zukunft. Die SPD-Fraktion wirbt dafür, diese Chance zu nutzen. Barbara Sinner-Bartels für die SPD-Fraktion