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Amstblattartikel vom 22.05.15: „Meine Kinder haben einen guten Kindergartenplatz.“ Glück gehabt? Die Kindergartenbedarfsplanung kommt manchmal einer Glaskugelleserei gleich. Wie viel Prozent eines Jahrgangs wird die Kleinkindbetreuung in Anspruch nehmen? Der Städtetag rechnete mit 35%, LE hat bisher mit 58% gerechnet. Nun sind es 70%. Im Gemeinderat hat sich zum Glück nach intensiver Debatte, die von der SPD Fraktion auch sehr leidenschaftlich geführt wurde, eine Mehrheit gefunden, um die fehlenden Plätze kurzfristig zu schaffen.
Es ist fantastisch, dass wir in LE vom demographischen Wandel bislang verschont geblieben sind, jedoch sollen durch eine Planung die „auf Sicht“ fährt auch für die Zukunft Leerstand und Überkapazitäten vermieden werden. Für den Echterdinger Norden bedeutet dies jedoch, dass die Kinder der Außengruppe Aicher Weg „erst mal“ 5 + X Jahre in Containern untergebracht werden und eine weitere „Übergangslösung“ für den Kindergarten Gärtlesäcker geschaffen werden soll. Wir sind der Meinung, dass eine dauerhafte Lösung für den Echterdinger Norden richtig wäre, da wir vom langfristigen Bedarf überzeugt sind: Viele junge Paare ziehen nach dem Studium oder der Ausbildung zum Arbeiten nach LE in eine Wohnung. Wenn dann Kinder kommen, sind Großeltern weit weg und ein Kleinkindplatz wird benötigt. Wenn die Kinder größer werden und mehr Platz brauchen entscheiden sich viele auch aus Kostengründen dazu, in die alte Heimat zu ziehen. Ein stetiger Wechsel und bleibender Kindergartenbedarf sind für LE die Folge.
Nördlich des Bahnhofs sind 373 Wohneinheiten neu entstanden und im Bau, im Gebiet Aicher-/Layhweg insgesamt 413 Wohneinheiten. Bisher nicht berücksichtig sind auch die zwei im Bau befindlichen „LECity“ Türme an der S-Bahn. Dazu kommt, dass Übergangslösungen niemals optimal sein können. Ein Kind ist 3 Jahre seines Lebens im Kindergarten. Circa 70% der Kleinkinder in LE besuchen bereits vor dem 3. Lebensjahr die Kita. 5 Jahre in einer Übergangslösung bedeutet für die Kinder ein ganzes Kindergartenleben.
Es ist richtig, dass alles getan wird, um den Bedarf kurzfristig zu decken. Ehrlich wäre es jedoch auch, wenn die Basis der Prognosen für die Kinderbetreuung noch einmal mit jedem neuen Bauvorhaben überprüft und angepasst werden. Denn 5 + X Jahre Geld in Übergangslösungen zu stecken und 5 + X Jahre hinzunehmen, dass die Kinder nicht optimal untergebracht sind, ist für uns nicht einfach so hinnehmbar. Hier muss nachgebessert werden!
Jens Zellmer für die SPD Fraktion